Kursangebot | Technische Mechanik 1: Statik | Zwei Kräfte mit einem gemeinsamen Angriffspunkt

Technische Mechanik 1: Statik

Zwei Kräfte mit einem gemeinsamen Angriffspunkt

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Besitzen zwei Kräfte unterschiedliche Wirkungslinien und unterschiedliche Richtungen, kann der Betrag der Resultierenden durch Vektoraddition unter Berücksichtigung des Winkels zwischen diesen Kräften analytisch ermittelt werden. 

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WICHTIG: Die beiden betrachteten Kräfte bzw. deren Wirkungslinien müssen sich in einem Punkt schneiden.

Eine Einführung in die Bestimmung von Resultierenden wird hier im nachfolgenden Video gegeben:

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 In aller Regel wird die rechtwinklige Überlagerung zweier Kräfte bei der Berechnung in statischen Systemen vorgegeben, das ist aber nicht der einzige Fall, der real ausschließlich vorkommen kann!

Rechtwinklinge Überlagerung zweier Kräfte

In einem rechtwinkligen Dreieck gilt der Satz des Pythagoras mit

Methode

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                        Satz des Pythagoras

 

In der obigen Grafik sind zwei Kräfte mit einem gemeinsamen Angriffspunkt gegeben. Der Winkel zwischen den beiden Kräften ist ein 90°- Winkel. Durch die Parallelogrammdarstellung ergeben sich zwei Teildreicke. Hier kann der Satz des Pythagoras angewandt werden. Dies soll anhand des unteren Teildreiecks demonstriert werden (Vektoraddition):

Die beiden Kräfte und bilden einen rechten Winkel. Hier kann zur Ermittlung des Betrages der Resultierenden der Satz des Pythagoras angewandt werden:



Um den Winkel zu bestimmen, der angibt in welche Richtung die Resultierende wirkt (gemessen von aus), bedient man sich der Tangensfunktion:



In diesem Beispiel: 

Der Winkel zwischen der Resultierenden und der Kraft beträgt demnach 36,87°.

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Nichtrechtwinklige Überlagerung zweier Kräfte

Bei einer nichtrechtwinkligen Überlagerung kann der Satz des Pythagoras nicht mehr angewandt werden. In diesem Fall bedient man sich des Kosinussatzes.

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Der Kosinussatz ermöglicht die Berechnung einer unbekannten Seite eines Dreiecks, wenn zwei Seiten und der Winkel, welcher von diesen Seiten eingeschlossen wird, gegeben sind.

Um den Kosinussatz formal auszudrücken, soll die folgenden Grafik helfen:

Nichtrechtwinkliges Dreieck

In der obigen Grafik sind die Kräfte und gegeben, außerdem der Winkel , der durch diese eingeschlossen wird. Die beiden Seiten können durch die Parallelogrammkonstruktion dupliziert werden und kommen somit zwei mal vor. So ergeben sich die Winkel wie folgt:

Parallelogrammkonstruktion: Winkel

 

Der Kosinussatz berechnet nun den Betrag der Resultierenden mithilfe der beiden Kräfte und des eingeschlossenen Winkels :

Methode

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    Kosinussatz

 

Es ist ebenfalls möglich die Resultierende durch den Winkel auszudrücken:

Methode

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Merke

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Achtung: Wird der Winkel verwendet, so muss in der Formel statt des Pluszeichens ein Minuszeichen verwendet werden. 


Der Winkel kann auch über den Winkel berechnet werden und umgekehrt:

Methode

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Der Winkel ist der Winkel zwischen den beiden Kräften, wenn eine Vektoraddition der beiden Kräfte durchgeführt wird:

 

Zusammenfassung:

  • Ist der Winkel gegeben, welcher zwischen den Anfangspunkten der beiden Kräfte liegt, wenn diese in einem gemeinsamen Angriffspunkt angreifen, so wird der Kosinussatz mit dem Pluszeichen verwendet. 
  • Ist hingegen der Winkel gegeben, welcher zwischen den beiden Kräften liegt bei Anwendung der Vektoraddition, so wird der Kosinussatz mit dem Minuszeichen verwendet.

Wirkrichtung der Resultierenden

Die Richtung der Resultierenden wird durch den Winkel angegeben, welcher durch den Sinussatz berechnet werden kann.

Merke

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Sinussatz

In jedem Dreieck verhalten sich die Längen zweier Seiten wie die Sinuswerte der gegenüberliegenden Winkel.

Der Sinussatz für das obige Beispiel lautet:



.

Im folgenden Video wird die Problematik (nicht-rechtwinklige Überlagerung) nochmals veranschaulicht:

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Anwendungsbeispiel: Kräfte im nichtrechtwinkligen Dreieck

Beispiel

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Gegeben seien folgende Kräfte mit einem gemeinsamen Angriffspunkt und dem eingeschlossenen Winkel .

Beispiel: Kräfte im nichtrechtwinkligen Dreieck

Der Betrag der Resultierenden und ihre Wirkrichtung soll berechnet werden.

Um den Betrag zu ermitteln wird der Kosinussatz angewandt:

1. Möglichkeit



2. Möglichkeit

mit



Je größer der Winkel wird, desto kleiner wird die resultierende Kraft , weil sich die Kräfte gegenseitig aufheben bzw. entgegenwirken. Im Gegensatz dazu nimmt die resultierende Kraft immer weiter zu, je kleiner der Winkel wird. Das liegt daran, dass die Kräfte sich in ihrer Wirkrichtung annähern oder damit verstärken, je kleiner der Winkel wird.

Um die Wirkrichtung der Resultierenden zu berechnen wird der Sinussatz angewandt:

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