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Produktion

Job-Shop-Probleme

Job-Shop-Probleme treten besonders in der Werkstattfertigung auf. Es gilt eine Reihenfolge von Arbeitsgängen für die Aufträge an den Maschinen zu bestimmen. Hierzu können bisher bekannte Verfahren, wie das Wagner-Within-Verfahren angewandt werden. Eine andere aber durchaus einfachere Lösungsmöglichkeit besteht in der Aufstellung von Prioritätsregeln, die für jeden einzelnen Arbeitsplatz festzulegen sind. 

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Ein Job-Shop-Problem liegt vor, wenn für jeden Auftrag eine beliebige Reihenfolge betrachtet wird, in der dieser auf den einzelnen Maschinen genau einmal zu bearbeiten ist.

Das wichtigste Kriterium ist nach wie vor die Liefertermintreue. Hinzu kommen die Minimierung der Gesamtdurchlaufzeit, sowie Umrüstzeiten und die Maximierung der Kapazitätsauslastung. Diese können im Gegensatz zu Kosten und Erlösen als Zielgrößen direkt optimiert werden. Auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass diese Kriterien nicht unbedingt in Harmonie zueinander stehen. Dies zeigt sich besonders in Zielen der Liefertermintreue und der maximalen Kapazitätsauslastung.  

Die sich ergebende Maschinenbelegungsproblematik lässt sich meistens durch eine der folgenden Regeln lösen:

1. Most-Work-Remaining-Rule [MWKR]

Die Aufträge mit der höchsten Gesamtbearbeitungsdauer erhalten die höchste Priorität.

2. Shortest-Processing-Time-Rule [SPT]

Die Aufträge mit der niedrigsten Gesamtbearbeitungsdauer erhalten die höchste Priorität.

3. Setup-Time -Rule [STR]

Die Auswahl des Auftrags orientiert sich an der kürzesten Umrüstzeit der Nachfolgemaschine.

4. First-In-First-Out [FIFO]

Die Auswahl des Auftrags erfolgt nach dem Prinzip, der erste Auftrag der Maschine 1 ist auch der erste Auftrag der Maschine 2.

5. Last-In-First-Out [LIFO]

Die Auswahl des Auftrags erfolgt nach dem Prinzip, der letzte Auftrag der Maschine 1 ist der erste Auftrag der Maschine 2. 

6. Kundenwichtigkeitsregel [KR]

Die Reihenfolge der Aufträge orientiert sich an der Wichtigkeit des Kunden. 

7. Kapitalbindungsregel [KA]

Der Auftrag in dem das größte Kapital gebunden ist, wird zuerst bearbeitet. 

Merke

Hier klicken zum Ausklappen Ist eine Kombination von Prioritätsregeln möglich, so kann in den meisten Fällen eine höhere Effizienz erzielt werden, als bei der Beachtung einer einzigen Prioritätsregel.