ZU DEN KURSEN!

Werkstofftechnik 2 - Aktiver Korrosionsschutz

Kursangebot | Werkstofftechnik 2 | Aktiver Korrosionsschutz

Werkstofftechnik 2

Aktiver Korrosionsschutz

Beim aktiven KorrosionsSchutz greift das Schutzverfahren aktiv in die chemischen bzw. elektrochemischen Korrosionsvorgänge ein.  Denn wo der Schutz durch ein Oberflächenbehandlungsverfahren nicht mehr möglich oder gewünscht ist, müssen andere Verfahren gefunden werden um das Korrosionsverhalten positiv zu beeinflussen. Hierbei unterscheidet man zwischen dem Entfernen von korrosionsfördernden Stoffen und der Zugabe von Inhibitoren, also Stoffen die die Korrosion unterbinden. 

Entfernen von Korrosionsstimulatoren

In Werkstoffen existieren Stoffe, die einen Korrosionsvorgang beschleunigen können. Diese Stoffe bezeichnet man als Stimulatoren. Zu dieser Stoffgruppe gehören beispielsweise $ H_2O $, $ CO_2, O_2 $ oder $ H^+$, sowie atmosphärische Verunreinigungen. 

Merke

Sobald es gelingt diese Stoffe durch physikalische und chemische Vorgänge zu beseitigen, verringert sich natürlich auch die Korrosionsgefahr. 

Typische Maßnahmen hierfür sind:

  • Schutzalkalität erzeugen zur Verringerung der Wasserstoffionkonzentration, 
  • Entgasung von Kesselspeisewasser zur Entfernung von $ O_2 $ und $ CO_2 $
  • Luftrocknung in geschlossenen Räumen. 

Zugabe von Korrosionsinhibitoren

Oft sind Korrosionsinhibitoren bereits im angreifenden Medium enthalten oder sie müssen dem System in geringer Menge zugeführt werden. Dadurch sinkt die im System vorhandene Korrosionsaffinität. 

Allgemein werden folgenden Anforderungen an einen wirksamen Korrosionsinhibitor gestellt:

  • Gute Löslichkeit im korrodierenden Medium selbst bei unterschiedlichen Temperaturbereichen,
  • gute Wirksamkeit selbst bei geringen Konzentrationen,
  • lange Wirksamkeit und Beständigkeit im System,
  • keine Nebenreaktionen oder Folgereaktionen im Werkstoff,
  • keine verschlechternde Veränderung der Werkstoffeigenschaften.

Merke

Für einen wirksamen Einsatz haben sich besonders Inhibitoren in Form wäßriger Lösungen und Gasphasen behauptet.

Man kann die korrosionsverringernden Stoffe je nach Wirkungsmechanismus in physikalische und chemische Inhibitoren unterteilen. 

Physikalische Inhibitoren erzeugen eine Adsorption an der Werkstoffoberfläche, die bewirkt, dass sich eine sehr dünne Schicht des Inhibitors auf die Oberfläche legt und somit chemische oder elektrochemische Reaktionen unterbindet. Man beschreibt diesen Vorgang als physikalisch, da die Absorption keine chemischen Reaktionen zwischen Metall und Inhibitor hervorruft.

Chemische Inhibitoren hingegen reagieren sehr wohl mit der Metalloberfläche oder dem Korrosionsmedium. Je nach Wirkweise unterscheidet man auch hier zwischen

  • Passivatoren,
  • Deckschichtenbildner,
  • elektrochemische Inhibitoren
  • und Destimulatoren.