ZU DEN KURSEN!

Elektrotechnik - Elektrisches Potential

Kursangebot | Elektrotechnik | Elektrisches Potential

Elektrotechnik

Elektrisches Potential

Begriffe wie die elektrische Arbeit und die elektrische Leistung ließen sich ohne die Kenntnis über das elektrische Potential kaum verstehen. Durch das elektrische Potential $\varphi $ [alternativ: $ \phi $ oder $ \Phi $] wird die elektrische Energie $ W $ einer Ladung $ Q $ in einem Punkt eines Raumes beschrieben. Entsprechend sieht dann auch die zugehörige Gleichung des elektrischen Potentials aus:

Physikalische Größe: Elektrisches Potential

Methode

Elektrisches Potential: $\varphi = \frac{W}{Q} $ 
Einheit: Volt

Die Angabe des Zahlenwertes erfolgt hierbei in Volt $ V $.

Veranschaulichungsbeispiel

Beispiel

Exkurs in den Bereich der Mechanik:

Die Mechanik beschäftigt sich zwar nicht direkt mit elektrischen Potentialen, aber sie behandelt mechanische Potentiale. Letztere sollen helfen die Wirkweise eines elektrischen Potentials besser zu verstehen:

Stellen Sie sich eine Kugel mit einer Masse $ m $ vor, die ohne äußere Einwirkung auf der Erdoberfläche liegt. Wir nehmen dabei an, dass die Oberfläche [inkl. Erdanziehungskraft] als Bezugsniveau dient. Dies bedeutet für die Kugel, dass sie im aktuellen Zustand die potentielle mechanische Energie $ W_{pot} = 0 $ besitzt. Gehen Sie nun zur Kugel und heben sie diese mit ihrer Hand hoch, so verrichten Sie die mechanische Arbeit $ W_{mech}$. Diese Arbeit ist nun in der Masse der Kugel als potentielle Energie gespeichert $ W_{mech} = W_{pot} $. Würden Sie nun die Kugel noch weiter emporheben, so würde auch die potentielle Energie $ W_{pot} $ weiter steigen. Lassen Sie jetzt die Kugel fallen, entfernen Sie die Kraft, die der Erdanziehungskraft entgegenwirkt. Während die Kugel wieder Richtung Erde fällt, gibt sie ihre potentielle Energie kontinuierlich ab bis sie beim Aufprall erneut den Ausgangswert $ W_{pot} = 0 $ annimmt.

Wendet man diesen Fall auf eine elektrische Anordnung an, so hat man eine elektrische Ladung $ Q $, die sich auch auf der Erdoberfläche befindet und durch ihre elektrische Gegenladung $ -Q $ elektrisch neutralisiert wird. Das elektrische Potential der Erde stellt hierbei das konstante Bezugspotential $\varphi_0 = 0 $ dar. Es hat die Eigenschaft, dass ihre Ladungen keine potentielle elektrische Energie besitzen. In unserem Fall hat die betrachtete Ladung die potentielle elektrische Energie $ W_{pot} = 0 $.

Trennen wir jetzt wie im Fall der Kugel die Ladungen voneinander, indem wir durch eine äußere Kraft die Ladung $ Q $ entgegen der Anziehungskraft der Erde [sowie der Gegenladung $ - Q $] anheben, so führen wir, wie im anderen Beispiel, dem System eine mechanische Arbeit $ W_{mech} $ zu. Gespeichert wird diese Arbeit in der Ladung als potentielle elektrische Energie $ W_{pot} = W_{mech} $. Auch hier gilt: Je größer die Entfernung zum Bezugsniveau, umso höher auch die potentielle elektrische Energie.

Entfernen wir nun die Kraft, die die Distanz aufrechterhalten hat, so bewegt sie sich zurück zur Erde und gibt ihre elektrische Energie wieder vollständig ab. 
Vergleich von mechanischem und elektrischem Potential
Vergleich von mechanischem und elektrischem Potential

Merke

Vom Prinzip her erfolgen die mechanischen und elektrischen Vorgänge nach dem gleichen Muster. Der grundsätzliche Unterschied liegt darin, dass eine Ladung auch negativ sein kann. 

Die Unterschiede zwischen der Bewegung einer positiven Ladung und der Bewegung einer negativen Ladung sind in den nachfolgenden Kurstexten aufgeführt.