ZU DEN KURSEN!

Fahrzeugtechnik - Motorbremssystem, Retarder

Kursangebot | Fahrzeugtechnik | Motorbremssystem, Retarder

Fahrzeugtechnik

Motorbremssystem, Retarder

Das Motorbremssystem arbeitet nicht im Bereich der Räder sondern am Motor und gehört zu den Standardbauteilen in jedem Pkw. Bei herkömmlichen Motorbremssystemen wird in der Nähe des Motors innerhalb des Auspuffstrang eine Klappe eingebaut. Schließt man diese Klappe so baut sich im 4. Arbeitstakt ein Druck im Brennraum auf, wodurch ein verstärktes Motorbremsmoment entsteht. In jüngerer Zeit wurde dieses System um ein Dekompressionsbremssystem an der Auspuffklappe erweitert. 

In der nächsten Abbildung siehst du eine Konstantdrossel

Konstantdrossel
Konstantdrossel

 

Die Konstantdrossel befindet sich neben dem Auslassventil und öffnet sich während des Verdichtens im 2. Arbeitstakt. Hieraus ergibt sich eine Druckabsenkung, welche dazu führt, dass im nachfolgenden Arbeitstakt das Antriebsmoment reduziert wird. Es folgt daraus eine Verstärkung des aufgebrachten Motorbremsmoments. 

Retarder

Retarder
Retarder

 

Der Retarder verbessert die Bremswirkung der Motorbremse. Es lassen sich besonders zwei Bauformen unterscheiden:

  • Hydrodynamischer Retarder
  • Elektrodynamischer Retarder

Hydrodynamischer Retarder

Die erste Bauform wandelt mechanische Antriebsenergie mit Hilfe eines Rotors in kinetische Energie einer Flüssigkeit (meist Drucköl) um. Die Flüssigkeit wird bewegt und trifft auf einen Stator, wo dann die kinetische Energie in Wärmeenergie umgewandelt wird.

Merke

Hier klicken zum Ausklappen Mit dem Motorkühlsystem verbundene Wärmetauscher verhindern dabei eine Überhitzung der Flüssigkeit.
Hydrodynamischer Retarder
Hydrodynamischer Retarder

 

Die Dosierung der Flüssigkeitsmenge im Arbeitsraum erlaubt eine Steuerung der Bremsleistung. Eine optimale Bremsleistung bei geringen Geschwindigkeiten ist nur möglich, wenn der Retarder mit dem Primärretarder (Motordrehzahl) und nicht mit dem Sekundärretarder (Kardanwellendrehzahl) angetrieben wird. Dies ist bei einer festeingestellten Flüssigkeitsmenge der Fall, wenn das Bremsmoment mit der zunehmenden Drehzahl ansteigt.

Merke

Hier klicken zum Ausklappen  Schaltet man einen Gang herunter, so erlaubt die Übersetzung des Getriebes eine Momenterhöhung. 

Elektrodynamischer Retarder

Diese Retarderbauform arbeitet mit Wirbelströmen, weshalb sie auch als Wirbelstrombremse bezeichnet wird. Sie unterscheidet sich stark vom hydrodynamischen Retarder. 
An den Scheiben (Stator), die fest mit dem Gehäuse verbunden sind, befinden sich mit Strom versorgte Erregerspulen. Auf der Antriebswelle ist zu beiden Seiten des Stators jeweils ein Rotor angebracht. Die Erregerspulen erzeugen infolge einer Bremsung ein Magnetfeld. In den rotierenden Bremsscheiben innhalb dieses Feldes werden Wirbelströme induziert. 

Eletrodynamischer Retarder
Eletrodynamischer Retarder

 

Merke

Hier klicken zum Ausklappen Die Induzierung der Wirbelströme erzeugt ein Bremsmoment, welches zum Einen von der Erregung der Statorspulen und zum Anderen von der Antriebsdrehzahl abhängt.