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Fertigungslehre - Verfahrensstufe 1: Konstruktion und Formgebung

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Fertigungslehre

Verfahrensstufe 1: Konstruktion und Formgebung

Inhaltsverzeichnis

Konstruktion

Bevor überhaupt mit dem Schmelzen der Eingangsstoffe begonnen wird, gilt es eine Konstruktionszeichnung zu erstellen in der alle notwendigen Angaben für das später zu erzeugende Formteil aufgeführt sind. Dies beinhaltet folgende Angaben:

  • Größe des Modells,

  • Gestalt des Modells,

  • Größe der Kerne,

  • Gestalt der Kerne,

  • Sitzstellen loser Teile,

  • Angaben der Formteilung,

sowie

  • Lage des Modells in der Form

  • Bearbeitungsangaben,

  • Schrägen zum anschließenden Ausheben des Modells

Merke

Neben den reellen Angaben zum Modell, muss der Konstrukteur auch ein gewisses Schwindmaß zeichnerisch berücksichtigen.

Formgebung

Liegt eine Rohteilzeichnung vor so kann mit dieser im Formenbau mit der Anfertigung der Fertigungseinrichtungen begonnen werden. Zu den Fertigungseinrichtungen zählen:

  • Modelle,

  • Modellplatten,

  • Kokillen,

  • und Schablonen,

Handelt es sich um eine Auftragsarbeit so gehören alle Fertigungseinrichtungen dem Kunden.

Damit der Formenbau präzise arbeiten kann, benötigt er Informationen zu

  • der Formteilung,

  • der Anzahl der Anschnitte,

  • der Lage der Anschnitte,

  • der Anzahl der Kerne,

  • der Lage der Kerne.

Merke

Unter der Formteilung kann man sich eine Fläche vorstellen, welche am Gussstück als Teilungsgrat zu sehen ist und die Formhälften anzeigt. Wie die Formteilung ausfällt, hängt besonders von der Anzahl und der Lage der Kerne ab.

In der nächsten Abbildung sehen Sie ein Bauteil, an dem unterschiedliche Möglichkeiten zur Formteilung eingezeichnet wurden.

Varianten der Formteilung
Varianten der Formteilung

Als Nächstes betrachten wir die zugehörige Form.

Formhälften
Formhälften

Die Form verfügt über eine obere und untere Formhälfte, wobei der Innendurchmesser des Bauteils durch einen hängenden und einen stehenden Ballen realisiert wird. Das hat den Vorteil, dass beide Ballenhälften mit einem Minimum an Formschrägen auskommen. Unabhängig vom Bauteil sollten diese jedoch nicht tiefer als 6-8 Zentimeter sein.

In einer weiteren Abbildung sehen Sie die gesamte Form inklusive Eingusstrichter und Speiser.

Gesamtform
Gesamtform

Diese Formgebung hat den Vorteil, dass die beiden Speiser einfach entfernt werden können. Grundsätzlich hat der Speiser die Aufgabe einen Volumenausgleich herzustellen.

Der nach dem Entfernen der Formen am Bauteil bestehende Teilungsgrat lässt sich durch Putzen vollständig entfernen.

Die Formtechnik erlaubt aber auch Modelle, mit denen direkt zwei Bauteile erzeugt werden können, indem zusätzlich zu der oberen und unteren Formhälfte ein Kern eingebaut wird.

Doppelform mit Kern
Doppelform mit Kern

Im Unterschied zur Variante mit einem Modell besitzt das Doppelmodell einen weitaus größeren Speiser und eine stärkere Sollbruchstelle.