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Unternehmensführung - Grundlagen der Managementziele

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Unternehmensführung

Grundlagen der Managementziele

Ein ManagementZiel/ Unternehmensziel ist ein (erdachter) noch nicht realisierter Zustand, der durch das Unternehmen bzw. seine Mitarbeiter erreicht werden soll. Leider gibt es in der Unternehmenstheorie keine einheitliche Verwendung dieses Begriffes, dennoch ist es möglich, ein Unternehmensziel durch seine Zielelemente zu definieren. Folgende Differenzierungskriterien können hierfür verwendet werden:

Zielobjekt

Das Zielobjekt beschreibt zunächst, welcher Teil des Unternehmens betrachtet wird. So kann es sich um ein Ziel für das gesamte Unternehmen handeln, es kann aber auch sein, dass es sich bei dem Zielobjekt nur um eine Unternehmensabteilung oder sogar nur eine Person handelt.

Zielinhalt

Beim Zielinhalt handelt es sich um das Kernstück des Ziels, da in diesem formuliert ist, wie der gewünschte zukünftige Zustand aussehen soll. Im Zielinhalt sollte also klar beschrieben sein, wie die Erwartungen an diesen Zustand aussehen.

Anhand des Zielinhalts kann man auch differenzieren, um was für ein Ziel es sich handelt. Als Ausprägungen sind hierbei Sach- und Formalziele möglich.

Ein Formalziel ist i.d.R. finanzieller Natur und bezieht sich auf nominelle Größen des Unternehmens (z.B. Umsatzmaximierung).

Sachziele leiten sich aus den Formalzielen ab und beziehen sich auf den Leistungsprozess innerhalb des Unternehmens (z.B. Erhöhung der Produktion).

Zielausmaß

Ist der grundsätzliche Zielinhalt festgelegt, bleibt noch die Frage, in welchem Ausmaß dieses Ziel zu erreichen ist. Dem Zielausmaß kommt somit auch eine Evaluationsfunktion zu. Konkret bedeutet dies, dass man anhand des Zielausmaßes prüfen kann, ob bzw. inwieweit die Ziele erreicht wurden.

Man kann unterscheiden zwischen satisfizierenden und extremierenden Zielausmaßen.
Beispiele:

Satisfizierung: Erreichung eines zufriedenstellenden Werts

Extremierung: Maximierung oder Minimierung einer Zielgröße

Fristsetzung

Die Fristsetzung kann lang-, mittel-, oder kurzfristig erfolgen. Diese Bezeichnungen sind aber relativ und folgen keiner festen Regel. Unterscheiden kann man hingegen aber zwischen statischen und dynamischen Zielformulierungen. Liegen verschiedene Fristen für ein Ziel vor (Fristen für Teilaufgaben), spricht man von einem dynamischen System. Im Gegensatz dazu liegt ein statisches System vor, wenn nur eine Frist gegeben ist.

Zielsystem

Alle von der Geschäftsleitung bzw. dem Vorstand genehmigten Ziele (im Folgenden Ziele genannt) eines Unternehmens bezeichnet man als Zielsystem. An Zielsysteme werden verschiedene Forderungen gestellt (z.B. Hamel, 1992), welche wir im Folgenden kurz erläutern wollen.

Realitätsbezug:
Mit dieser Forderung an Zielsysteme soll sichergestellt werden, dass Einzelziele innerhalb des Systems sich nicht widersprechen und dass die Ziele nicht unrealistisch sind, damit nicht das gesamte System gefährdet ist.

Vollständigkeit:
Die Vollständigkeit soll garantieren, dass im Zielsystem alle Ziele aufgenommen sind und dass auch alle möglichen Beziehungen enthalten sind. Der Wunsch, permanent ein vollständiges System zu haben, ist sicherlich utopisch, da sich die Umwelt und u.U. auch das Unternehmen permanent verändern.

Anpassungsfähigkeit:
Die Anpassungsfähigkeit setzt genau da an und stellt die Forderung an ein Zielsystem, dass dieses anpassungsfähig und flexibel sein muss, ohne hingegen die grundlegende Struktur zu verändern.

Akzeptanz:
Die Akzeptanz ist sehr wichtig für ein Zielsystem, da die Ziele u.U. sonst nicht umgesetzt werden. Um die Akzeptanz zu erhöhen ist es möglich, die relevanten Personen in die Erstellung der Ziele bzw. des Zielsystems einzubinden und darüber hinaus offen und transparent in Bezug auf das Zielsystem zu sein.

Zwischen den Zielen bestehen in vielen Fällen Wechselwirkungen bzw. Interdependezrelationen, die verschieden gerichtet sein können.

Besteht keine Wechselwirkung, besteht Zielneutralität zwischen den Zielen

Haben zwei Ziele negative Einflüsse aufeinander, spricht man von Zielkonkurrenz

Haben zwei Ziele hingegen positive Wechselwirkungen, liegt eine Zielkomplementarität vor

Zielgewichtung

Liegt nun ein gesamtes Zielsystem vor und wir haben einige Ziele, die sich nicht alle vollständig erfüllen lassen, muss es eine Möglichkeit geben, zu entscheiden, welche Ziele nun weiter verfolgt werden. Hierzu werden sog. Präferenzrelationen gebildet, anhand derer entschieden werden kann, welche Ziele verfolgt werden. Durch diese Zielgewichtung ist es dann möglich, zwischen Hauptzielen und Nebenzielen zu unterscheiden.