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Zwei-Faktoren-Theorie nach Herzberg

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Der amerikanische Professor Frederik Herzberg formulierte im Jahr 1959 erstmalig die Zwei-Faktoren-Theorie. Dabei ging er der Frage nach, welche Faktoren bei Mitarbeitern Zufriedenheit und Unzufriedenheit am Arbeitsplatz hervorrufen. Dabei kam er zu der Erkenntnis, dass genau zwei Faktoren einen Einfluss auf den Gemütszustand eines Mitarbeiters haben. Er unterschied dabei Motivationsfaktoren und Hygienefaktoren. Aus diesem Grund nennt man die Zwei-Faktoren-Theorie auch Motivator-Hygiene-Theorie

Hygienefaktoren

Hygienefaktoren dienen nach Herzberg dem Zweck Unzufriedenheit zu vermeiden ohne dabei Zufriedenheit herzustellen. Oft erkennt ein Mitarbeiter diese Faktoren nicht oder nimmt sie als selbstverständlich gegeben hin. Fehlen sie jedoch ensteht ein Mangel, der zwangsläufig zu einer Unzufriedenheit führt.

Hygienefaktoren sind beispielsweise:

  • Gehalt, (umstrittener Faktor)
  • Arbeitssituation,
  • sicherer Arbeitsplatz
  • Arbeitssicherheit,
  • Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten,

Merke

Fehlt einer dieser Hygienefaktoren muss dies nicht zwangsläufig zu Unzufriedenheit führen, aber eine Reduzierung der Zufriedenheit ist zu erwarten. 

Beispiel

Ein Unternehmen beschäftigt einige hundert Mitarbeiter. Grundsätzlich sind alle Mitarbeiter zufrieden. Die Gehälter liegen über dem Bundesdurchschnitt, die Arbeitszeit unterhalb. Die Atmosphäre zwischen den Mitarbeitern und zu den Vorgesetzten ist freundlich. Man kann sagen, den Mitarbeitern geht es prächtig und es gibt keinen Anlass für Unzufriedenheit.  
Starke negative Veränderungen am Weltmarkt zwingen die Unternehmensleitung jedoch das Personal um knapp 20% zu reduzieren, damit das Unternehmen auch zukünftig erfolgreich agieren kann. Auf einer kurzfristig angelegten Betriebsversammlung werden die Mitarbeiter ohne nähere Informationen über den zukünftigen Schritt informiert.
Binnen Sekunden erlischt bei den Mitarbeitern der Hygienefaktor sicherer Arbeitsplatz. Die bis Dato verhandene Zufriedenheit schlägt um in Unzufriedenheit. In den nachfolgenden Tagen sinkt neben der Zufriedenheit auch die Motivation der Mitarbeiter.

Dieses nicht seltene Szenario soll Ihnen die Wichtigkeit von Hygienefaktoren in einem Unternehmen nochmals verdeutlichen. 

Motivationsfaktoren

Anders als Hygienefaktoren können Motivationsfaktoren sehr wohl Zufriedenheit erzeugen. Hauptsächlich betreffen diese Faktoren den Arbeitsinhalt eines Mitarbeiters. Fehlen Motivationsfaktoren so bedeutet dies nicht gleichzeitig einen Anstieg der Unzufriedenheit.

Typische Motivationsfaktoren sind:

  • Anerkennung (durch Vorgesetzte oder Kollegen)
  • Arbeitsinhalt
  • Verantwortung (im Rahmen der zugeteilten Arbeit)
  • Aufstiegsmöglichkeiten (in Form von Beförderungen)
  • Leistungserfolge (als Selbstbestätigung)

Grafische Darstellung

In der nachfolgenden Abbildung sehen Sie nochmals wie sich Hygiene- und Motivationsfaktoren auf die Bedürfnisbefriedigung auswirken.

Arbeitszufriedenheit
Arbeitszufriedenheit

Merke

Grundsätzlich kann festgehalten werden, dass innerhalb eines Unternehmens sowohl Hygienefaktoren als auch Motivationsfaktoren gegeben sein müssen, damit die Mitarbeiter zufrieden und motiviert ihre Arbeit verrichten.
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