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Koordinationsrangfolge

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Wenn Sie sich noch nicht eingehend mit der Koordination der Planung beschäftigt haben, werden Sie sich jetzt sicherlich fragen, was überhaupt mit einer „Rangfolge“ gemeint ist. Diese Frage ist für die horizontale und die vertikale Koordination separat zu beantworten.

Horizontale Koordination

Beginnen wir mit der horizontalen Koordination und stellen uns eine Frage aus der Praxis: Was passiert, wenn die Marketingabteilung, die Produktionsabteilung und die Vertriebsabteilung jeweils einen Plan machen, ohne sich abzusprechen?
Ebenso trivial wie richtig ist die Antwort, dass nichts Sinnvolles entstehen kann, wenn die Abteilungen nicht zusammenarbeiten. Ist der Produktionsplan nicht auf die Pläne des Vertriebs abgestimmt, entstehen u.U. große Lieferengpässe, die dem Unternehmen hohe Schäden zufügen könnten, oder der andere Fall tritt ein und das Unternehmen bleibt auf einem riesigen Lager von nicht nachgefragten Produkten sitzen.

Um die horizontale Koordination zu ermöglichen (und diesen Problemen entgegenzuwirken), gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten: Die simultane Planung und die sukzessive Planung.

Simultane Planung

Die simultane Planung versucht, gleichzeitig alle möglichen Parameter zu analysieren und ihren Einfluss auf einen möglichen Plan zu bestimmen. In der Realität erweist sich das aber als sehr schwierig und kompliziert, da in der Regel schon Einzelpläne auf Schätzungen und Approximationen beruhen und bei der simultanen Planung zusätzlich Interdependenzen ermittelt und quantifiziert werden müssen, die von einer Vielzahl von weiteren Faktoren abhängen.

Sukzessive Planung

Um diesem Problem entgegenzuwirken, gibt es eine relativ praktische Möglichkeit, die Guttenberg 1983 entwickelte, die sukzessive Planung. Bei der sukzessiven Planung wird zunächst ein Engpasssektor bestimmt, der als engste Stelle im Unternehmensprozess oder als strengste Nebenbedingung interpretiert werden kann. Von diesem Sektor ausgehend werden dann alle anderen Pläne aufgebaut und an die Restriktionen angepasst.

Vertikale Koordination

Bei der vertikalen Koordination stellen wir uns die Frage, auf welcher Ebene des Unternehmens die Planung stattfindet. Im Laufe der Zeit haben sich in der Planungstheorie drei verschiedene Möglichkeiten herauskristallisiert:

Top-Down-Planung

Bei der Top-Down-Planung wird in der Linie, also von „oben“ nach „unten“, vorgegeben, was geplant wird. Die Unternehmensspitze legt hierbei zunächst einen strategisch ausgerichteten Gesamtplan vor, der von den untergeordneten Abteilungen immer weiter in kleineren Plänen umgesetzt wird. Es ist ersichtlich, dass die Pläne hierbei immer operativer werden. Die unteren Abteilungen haben wenig bis keinen Einfluss auf die Orientierung der Planung.

Bottem-Up-Planung

Die Bottom-Up-Planung stellt das Gegenteil zur Top-Down-Planung dar. Hierbei werden die Teilpläne der untersten Ebene verwendet und auf diesen aufbauend ein Gesamtplan entwickelt. Die Integration der einzelnen Pläne gestaltet sich in der Regel sehr schwierig, da die meisten Abteilungen unterschiedliche Interessen haben und die divergierenden Interessen in vielen Fällen einen Gesamtplan verhindern, da zu starke Inkonsistenzen bestehen würden.

Vergleicht man die bisherigen Arten der Koordination, fällt auf, dass beide Arten der Koordination erheblich Schwächen haben, die den Planungsprozess und die spätere Umsetzung wesentlich verkomplizieren können. Bei der Top-Down-Planung haben wir das Problem, dass die Unternehmensspitze in vielen Fällen „zu weit vom Unternehmen weg ist“. Konkret bedeutet das, dass das Management zumeist keine Ahnung von den einzelnen Prozessen hat. Das Management muss diese Kenntnisse auch nicht haben, bei der Planung erschwert dies aber massiv. Darüber hinaus kann es bei dieser Art der Planung große Probleme personeller Art geben, da Mitarbeiter der unteren Eben die Sinnhaftigkeit anzweifeln oder sogar bewusst gegen diese Pläne arbeiten. Ein zunächst logischer Schritt wäre es, das gegenteilige Verfahren zu nutzen und die Teilpläne der unteren Ebenen als Grundlage zu nehmen. Hierbei würde dann aber das oben genannte Problem aufkommen (Teilpläne lassen sich nicht konsistent integrieren). Zudem käme auch noch, dass die unteren Ebenen oft nicht den Überblick haben und Pläne machen, die nicht wirtschaftlich oder nicht tragfähig für das Unternehmen wären.

Wir sehen also, dass es gar nicht so einfach ist, die Planung in Unternehmen zu koordinieren. Wenn Sie sich das obige Schema gut angeschaut haben, wird Ihnen allerdings aufgefallen sein, dass es noch eine weitere Möglichkeit gibt, das sog. Gegenstromverfahren. Dieses Verfahren stellen wir im nachfolgenden Kurstext vor. 

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