ingenieurkurse
online lernen

Besser lernen mit Online-Kursen

NEU! Jetzt online lernen:
Produktion
Den Kurs kaufen für:
einmalig 39,00 €
Zur Kasse
Materialbedarfsplanung > Verbrauchsanalysen:

Verbrauchswertanalyse (ABC-Analyse)

WebinarTerminankündigung aus unserem Online-Kurs Technische Mechanik 3: Dynamik:
 Am 06.12.2016 (ab 16:00 Uhr) findet unser nächstes Webinar statt.
Gratis-Webinar (Dynamik) Gradlinige Bewegung eines Massenpunktes
- Dieses 60-minütige Gratis-Webinar behandelt die geradlinige Bewegung eines Massenpunktes.
[weitere Informationen] [Terminübersicht]

Bei der ABC-Analyse werden die Produkte entsprechend dem Verbrauchswert pro Periode in A-,B- oder C- Teile unterschieden. Dabei haben A-Teile einen hohen, B-Teile einen mittleren und C-Teile einen niedrigen Verbrauchswert. Häufig ergibt sich bei der ABC-Analyse, dass eine relativ kleine Anzahl der A-Teile einen hohen Anteil am Verbrauchswert ausmachen (20:80 Regel) und damit für mögliche Kapitalbindung im Lager verantwortlich sind. Die 20:80 Regel besagt, dass 20 Prozent der A-Teile in etwa 80 Prozent des Verbrauchswertes aller Produkte ausmachen.

Die Unterscheidung ist deshalb sinnvoll, weil das Unternehmen darüber entscheiden muss, welche Dispositionsverfahren angewendet werden sollen. A-Teile werden genauer kontrolliert als B- und C-Teile, weshalb man für A-Teile plangesteuerte und für B- und C-Artikel verbrauchsgesteuerte Dispositionsverfahren anwendet.

Anhand des folgenden vereinfachten Beispiels soll die ABC-Analyse erläutert werden.

Anwendungsbeispiel: ABC-Analyse

Beispiel

In der nachfolgenden Tabelle sind die Produkte angegeben, die innerhalb eines Unternehmens verbraucht werden. Zusätzlich dazu erhält die Tabelle den Jahresbedarf der Produkte sowie den Preis pro Menge. 

Produkt   

Bedarf pro Periode (Jahr)    Preis pro Menge (€)
Schrauben 47.785 2,50
Kohle 2.800 60,00
Maschinenersatzteile 1.200 150,00
Verpackungsmaterial 73.550 0,90

Welche Produkte stellen A-Teile, B-Teile sowie C-Teile dar?


Als erstes wird der wertmäßige Jahresverbrauch der Produkte (Bedarf * Menge) berechnet: 

Produkt   

Bedarf pro Periode (Jahr)    Preis pro Menge (€)    wertmäßige Jahresverbrauch (€)
1 47.785 2,50 119.462,50
2 2.800 60,00 168.000
3 1.200 150,00 180.000
4 73.550 0,90 66.195


Danach wird die Tabelle absteigend nach dem wertmäßigen Jahresverbrauch sortiert und der prozentuale wertmäßige Jahresverbrauch pro Produkt bestimmt:

Produkt   

Bedarf pro Periode (Jahr)    Preis pro Menge (€)    wertmäßiger 
Jahresverbrauch (€)   
wertmäßiger 
Jahresverbrauch (%)
3 1.200 150,00 180.000 33,73
2 2.800 60,00 168.000 31,48
1 47.785 2,50 119.462,50 22,39
4 73.550 0,90 66.195 12,40
Summe 125.335 533.657,50 100


Als nächstes berechnet man den prozentualen Bedarf pro Periode der Produkte:

Produkt   

Bedarf pro Periode   Bedarf pro Periode (%) 
3 1.200 0,96
2 2.800 2,23
1 47.785 38,13
4 73.550 58,68
Summe 125.335 100


Man kann nun die Einteilung in ABC-Teile vornehmen und herausfinden, welchen Jahresverbrauch diese Teile verursachen.

Die Einteilung in A-, B- oder C-Teile richtet sich nach dem prozentualen wertmäßigen Jahresverbrauch. Wie genau die Einteilung erfolgt ist von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. In diesem Beispiel wird die Einteilung wie folgt vorgenommen:

Prozentualer wertmäßiger Verbrauch    Klassifizierung
65 % A-Teile
25 % B-Teile
10 % C-Teile


In diesem Beispiel sieht die Klassifizierung also folgendermaßen aus:

Produkt   

wertmäßiger 
Jahresverbauch (%)   
Kumulierter wertmäßiger Jahresverbrauch Klassifizierung
3 33,73 33,73 A-Teile
2 31,48 65,21
1 22,39 87,60 B-Teile
4 12,40 100 C-Teile
Summe 100


Es ist nun möglich eine Aussage darüber zu treffen, wie hoch der Bedarf an A-, B- und C-Teilen ist und welchen Jahresverbrauch diese ausmachen:

Klasse Bedarf pro Periode (%)    Jahresverbrauch (%)
A 3,19 65,21
B 38,13 22,39
C 58,68 12,40


Das bedeutet also, dass die A-Teile insgesamt 65,21 % an dem gesamten Jahresverbrauch ausmachen, allerdings nur 3,19 % am gesamten Bedarf. Für diese Produkte (2,3) sollte eine plangesteuerte Materialbedarfsplanung durchgeführt werden, da diese Teile einen sehr hohen Verbrauchswert ausmachen und sich daher nicht für die Lagerhaltung eignen. Der Bedarf für diese Produkte sollte demnach möglichst exakt geplant werden (anhand von Zukunftswerten), damit eine Kapitalbindung im Lager verhindert werden kann. Hingegen ist es bei den C- Teilen ausreichend eine verbrauchsgesteuerte Materialbedarfsplanung (anhand von Vergangenheitswerten) durchzuführen, da diese einen geringen Verbrauchswert aufweisen und damit auch auf Lager produziert werden können. Für die B-Teile muss ein Mittelweg zwischen plangesteuerter und verbrauchsgesteuerter Disposition gefunden werden (weniger Aufwand als bei den A-Teilen).

Die in vielen Unternehmen angewandte Klassifikation der Produkte anhand der ABC-Analyse unterteilt die Artikel meist nicht differenziert genug. Sie beurteilt lediglich die Artikel nach ihrem Anteil am Jahresverbrauch. Daneben ist aber für die Lagerbewirtschaftung auch die Verbrauchsschwankungen eines Artikels ein relevanter Aspekt. Die Verbrauchsschwankungen der jeweiligen Produkte können mittels RSU-Analyse aufgedeckt werden.

Multiple-Choice
Welche Rolle spielen D-Teile bei der ABC-Analyse?
0/0
Lösen

Hinweis:

Bitte kreuzen Sie die richtigen Aussagen an. Es können auch mehrere Aussagen richtig oder alle falsch sein. Nur wenn alle richtigen Aussagen angekreuzt und alle falschen Aussagen nicht angekreuzt wurden, ist die Aufgabe erfolgreich gelöst.

Bild von Autor Jessica Scholz

Autor: Jessica Scholz

Dieses Dokument Verbrauchswertanalyse (ABC-Analyse) ist Teil eines interaktiven Online-Kurses zum Thema Produktion.

Jessica Scholz verfügt über langjährige Erfahrung auf diesem Themengebiet.
Vorstellung des Online-Kurses ProduktionProduktion
Dieser Inhalt ist Bestandteil des Online-Kurses

Produktion

Ingenieurkurse (ingenieurkurse.de)
Diese Themen werden im Kurs behandelt:

[Bitte auf Kapitelüberschriften klicken, um Unterthemen anzuzeigen]

  • Kurs: Produktion
    • Einleitung zu Kurs: Produktion
  • Produktionssysteme
    • Einleitung zu Produktionssysteme
    • Definition der Produktion
    • Fertigung und Herstellung als Teil der Produktion
    • Zusammenspiel mit anderen betrieblichen Bereichen
    • Einordnung der Industriebetriebe
    • Klassifizierung von Produktionstypen
      • Einleitung zu Klassifizierung von Produktionstypen
      • Anordnungstypen
      • Ablauftypen
      • Repititionstypen
      • Produktionsstrukturtyp
      • Auftragstypen der Produktion
      • Mischformen und Kombinationen
    • Planung und Organisation
      • Einleitung zu Planung und Organisation
      • Hierarchieebenen des Managements
      • Zielformulierung der Produktionsplanung
      • Produktionsplanung
        • Einleitung zu Produktionsplanung
        • Zeitbezug der Produktionsplanung
        • Aggregationsgrad
      • Produktionsorganisation
        • Einleitung zu Produktionsorganisation
        • Einliniensysteme
        • Mehrliniensysteme
  • Einführung in die Produktions- und Kostentheorie
    • Einleitung zu Einführung in die Produktions- und Kostentheorie
    • Produktionsfaktoren
    • Produktionsfunktionen
      • Grundgleichung der Produktionsfunktion
      • Grundlegende Eigenschaften
        • Einleitung zu Grundlegende Eigenschaften
        • Substitutionalität
        • Limitationalität
      • Produktionsfunktionstypen
        • Einleitung zu Produktionsfunktionstypen
        • Leontief-Produktionsfunktion
        • Input-Output-Systeme
        • Gutenberg-Produktionsfunktion
    • Kostenfunktionen
      • Einleitung zu Kostenfunktionen
      • Arten von Kostenfunktionen
      • Begriffe der Kostenrechnung
        • Fixe und variable Kosten
        • Gesamtkosten, Grenzkosten, Durchschnittskosten
        • Deckungsbeitrag
        • Gewinnschwelle / Break-Even
    • Minimalkostenkombination
  • Aggregierte Produktionsplanung
    • Einleitung zu Aggregierte Produktionsplanung
    • Einstufige Produktionsprogrammplanung
      • Einleitung zu Einstufige Produktionsprogrammplanung
      • Einstufige einperiodige Produktionsprogrammplanung
        • Einleitung zu Einstufige einperiodige Produktionsprogrammplanung
        • Einperiode Produktionsprogrammplanung (ein Engpass)
        • Einperiodige Produktionsprogrammplanung (mehrere Engpässe)
      • Einstufige mehrperiodige Produktionsprogrammplanung
        • Einleitung zu Einstufige mehrperiodige Produktionsprogrammplanung
        • Prognosen zur Nachfrageentwicklung
          • Einleitung zu Prognosen zur Nachfrageentwicklung
          • Methode des gleitenden Durchschnitts
          • Exponentielle Glättung erster Ordnung
          • Exponentielle Glättung zweiter Ordnung
        • Kapazitätsabstimmung
          • Einleitung zu Kapazitätsabstimmung
          • Quantitative Kapazitätsabstimmung
          • Zeitliche Kapazitätsanpassung
        • Erzeugnislager
  • Materialbedarfsplanung
    • Einleitung zu Materialbedarfsplanung
    • Verbrauchsanalysen
      • Verbrauchswertanalyse (ABC-Analyse)
      • Verbrauchsverlaufanalyse (RSU-Analyse)
      • ABC/RSU-Analyse
    • Plangesteuerte Materialbedarfsplanung
    • Verbrauchsgesteuerte Materialbedarfsplanung
    • Losgrößenmodelle ohne Kapazitätsbeschränkungen
      • Einleitung zu Losgrößenmodelle ohne Kapazitätsbeschränkungen
      • Klassisches Losgrößenmodell
        • Einleitung zu Klassisches Losgrößenmodell
        • EOQ-Modell
      • Dynamisches Losgrößenmodell
        • Einleitung zu Dynamisches Losgrößenmodell
        • Wagner-Whitin-Verfahren
        • Silver-Meal-Verfahren
        • Verfahren nach Groff
      • Kostenausgleichsverfahren
  • Termin- und Kapazitätsplanung
    • Einleitung zu Termin- und Kapazitätsplanung
    • Durchlaufterminierung
    • Kapazitätsbelastungsausgleich
    • Auftragsfreigabe und Ablaufplanung
      • Einleitung zu Auftragsfreigabe und Ablaufplanung
      • Flow-Shop-Probleme
        • Einleitung zu Flow-Shop-Probleme
        • Johnson-Algorithmus
      • Job-Shop-Probleme
      • Produktionskontrolle
  • 75
  • 12
  • 148
  • 73
einmalig 39,00
umsatzsteuerbefreit gem. § 4 Nr. 21 a bb) UStG
Online-Kurs Top AngebotTrusted Shop

Unsere Nutzer sagen:

  • Gute Bewertung für Produktion

    Ein Kursnutzer am 12.02.2016:
    "Alle Super :) "

  • Gute Bewertung für Produktion

    Ein Kursnutzer am 15.03.2015:
    "Bis jetzt alles top erklärt."

NEU! Sichere dir jetzt die perfekte Prüfungsvorbereitung und spare 10% bei deiner Kursbuchung!

10% Coupon: lernen10

Zu den Online-Kursen